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Telefonkarten lesen

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Die Telefonchipkarte stellte die erste Breitenanwendung von Chipkartentechnik dar und ist seit 20 Jahren kaum verändert immer noch im Einsatz. Dies bestätigt die hohe Stabilität des Systems und die Verlässlichkeit der Chipkarten. Telefonchipkarten haben aus Kostengründen nur einen einfachen Speicherchip mit sehr wenigen Informationen. Diese primitiven Chips können nur speziellen Kartenlesern gelesen werden. Kartenleser für das Guthaben konnten sich jedoch nie durchsetzen.

Chipcard master unterstützt seit Version 5 aufgrund der Schwierigkeiten der PC/SC-Leser und wegen der nur noch geringen Nutzernachfrage Telefonkarten nicht mehr.

Geschichte der Telefonkarte in Deutschland

Als der bargeldlose Zahlungsverkehr sich in allen Bereichen aufgrund seiner verschiedenen Vorteile durchsetzte, entschieden sich Mitte der Achziger Jahre auch die Telekommunikations-Anbieter für die Guthaben-Telefonkarte als bargeldloses Zahlungsmittel im Kartenformat. 1984 führte als erste die französische Post und Telekom-Gesellschaft Telefonchipkarten ein. 1990 waren allein in Frankreich bereits mehr als 60 Millionen Chipkarten als Telefonkarten im Umlauf.

1983-1986 wurde auch in Deutschland ein Pilotprojekt für Telefonkarten durchgeführt. Zunächst war die Frage relativ offen, welches technische System man sich entscheiden sollte. Daher wurden in vier Regionen vier verschiedene Telefonkarten-Systeme installiert. Es wurden Magnetstreifenkarten, Holographiekarten und Mikroprozessorkarten getestet. So kam im Raum Bonn und Aachen am 9. Oktober 1984 das System der Firma Siemens mit dem Mikrochip zum Einsatz. Sein besonderer Vorteil lag in der Unabhängigkeit vom Kartenproduzenten. Die Mikroprozessorkarten erwiesen sich dabei als sicherster, flexibelster und zuverlässigster Kartentyp.

1986 erklärte die Deutsche Bundespost das erweiterungsfähige Chipsystem noch während der Betriebsversuche zum Favoriten der verschiedenen Kartentelefonsysteme. Hauptargumente waren die gegenüber den anderen Systemen hohe Fälschungssicherheit und weitere Nutzung für Projekte wie Buchungskarten, Funktelefonnetz und Verknüpfungen mit anderen Systemen und Ländern. Am 16. Dezember 1986 wurde das Siemens-Chipsystem bundesweit eingeführt, wozu rund 400 Geräte an Flughäfen und großen Intercity-Bahnhöfen aufgestellt wurden. Der kontinuierliche Abbau der Münzfernsprecher aber auch die Sammelleidenschaft für die oftmals interessanten Motive führten in den Folgejahren zu einer raschen Verbreitung der Karten.

1995 wurde eine neue Generation von Telefonkartenchips eingeführt: der Euro- Chip. Er ist eine Weiterentwicklung des bestehenden Speicherchips für vorausbezahlte Telefonkarten und ermöglicht, ein gesichertes Authentifizierungsverfahren zwischen Karte und Kartentelefon durchzuführen. Die Versuche, eigene aufladbare Telefonkarten herauszugeben, scheiterten aus Kostengründen.

Gültigkeitsdauer von Telefonkarten

Bei der Gültigkeit von Telefonkarten unterscheidet man zwischen der physikalischen Lebensdauer des Chips und der im Telefonsystem eingestellten Akzeptanzdauer. Telefonchipkarten, deren Akzeptanzdauer abgelaufen ist oder deren Nominalwährung noch auf DM lautet, werden in der Regel von der Telekom ersetzt. Das Guthaben von defekten oder verloren gegangenen Telefonchipkarten wird nicht erstattet. Auch nach Ablauf der Akzeptanzdauer von 3 Jahren (ehem. 99 Monate) behalten die Telefonkarten die gespeicherten Daten und bleiben weiterhin mit Prüfgeräten wie Chipcard master lesbar.

Die Datenerhaltungszeit des Chips wird von den Halbleiterherstellern für 10 Jahre garantiert. Erfahrungen lassen jedoch eine weitaus günstigere Prognose für die Datenerhaltungszeit zu. So wurden Abweichungen des Speicherinhalts bei weniger als sechs von einer Million Telefonkarten beobachtet. Vergleichbare Anwendungen zeigen Betriebszeiträume von Halbleiterspeichern von mehr als 30 Jahren. Störungen aufgrund von Strahlungen oder elektromagnetischen Feldern sind dabei bisher unbekannt.

Zukunft der Telefonkarte

Heute hat die Telefonchipkarte in Deutschland keine große Bedeutung mehr. Dies liegt zum Teil daran, dass der Chip als Offline-Autorisierungsmedium durch die noch billigere Nummern-Karte, die der Benutzer eintippen muss und die online autorisiert wird, ersetzt wird, am Trend zum persönlichen Telefon, und schließlich an der GeldKarte, die nun endlich auch an Kartentelefonen eingesetzt werden kann.